Die «Indeländer» haben eine neue Lieblingssportart für sich entdeckt und der Blausteinsee in Eschweiler steht wieder mal im Mittelpunkt. Diesen Eindruck konnte jedenfalls gewinnen, wer sich entlang der Strecke des 1. Indeland-Triathlons bewegte. Vom Blausteinsee bei Dürwiß, wo das Schwimmen absolviert werden musste, ging es am Tagebaurand entlang mit dem Rad nach Aldenhoven wo in den Römerpark gelaufen wurde. Wer es bis zur Ziellinie schaffte - und das waren die meisten der rund 1100 Teilnehmer - durfte sich dort über frenetischen Applaus freuen. Den hatten sich die Sportler auch redlich verdient. Wer sich am Vormittag in die 18 Grad kalten, durch kräftige Windböen aufgewühlte Fluten des Blausteinsees traute, musste schon einigen Biss mitbringen.
Zur Auswahl standen zwei Anforderungsprofile: ein verkürzter Volkstriathlon über 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen oder die olympische Kurzdistanz mit 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern auf dem Rad und 10 Kilometer zu Fuß. Beide Profile konnten auch mit einer Staffel absolviert werden. Einige der Aktiven über die Volksdistanz gingen die Sache eher gemächlich an. Die Wechsel vom Wasser in die Pedale und dann in die Laufschuhe erfolgten in gemäßigtem Tempo.
Auch das Sportgerät war nicht immer auf Höchstgeschwindigkeiten ausgelegt: Der eine oder andere radelte mit seinem Freizeitbike. Das war aber vom Veranstalter, der Indeland Entwicklungsgesellschaft, un den ausrichtenden Vereinen SC Delphin Eschweiler, SG Düren 99 und Brander SV auch so gewollt: Ein Volkstriathlon, der offen für Sportler aller Alters- und Trainingsstufen ist.
So fanden sich denn auch die Juniorensportler mit einem eigenen Wettkampf im Programm wieder. Hier sorgte ein Sportkurs vom Jülicher Gymnasium Zitadelle für Furore. Von den fünf Teilnehmern standen zwei Damen anschließend auf dem Siegertreppchen. Hannah Bonnie siegte vor ihrer Drittplatzierten Kurskollegin Bianca Esser. Letztere war gar ohne Neoprenanzug in den kalten Blausteinsee gehüpft und würde es jederzeit wieder tun.
«Der Wettkampf hat mir gut gefallen», freute sich die 18-Jährige aus Jülich. Hektischer und zielstrebiger ging es bei der olympischen Kurzdistanz zu. Hier waren beispielsweise mit Nicole und Lothar Leder echte Profis am Werk. Da wusste der Zuschauer hinterher, woher die Bezeichnung «fliegender Wechsel» kommt.
Als Staffel für das Indeland fuhr das Prominententeam Maren Roeb, Ex-Radprofi Marcel Wüst und Jörg Schieferdecker einen Start-Ziel-Sieg ein. Marcel Wüst war mit seiner Leistung zufrieden. Er schaffte die 40 Kilometer in 58:35 Minuten. «Die Strecke ist toll. Ungefährlich und mit super Straßenbelag. Und entlang dem Tagebau ist die Aussicht fantastisch. Das ist ja fast schon eine touristische Fahrt!»
Die Indeländer Promis profitierten allerdings vom Malheur der Staffel des Dürener TV. Teammitglied Stefan Paschke beschwerte sich bei Landrat Wolfgang Spelthahn darüber, dass ein Streckenposten auf dem Motorroller seinen Staffelkollegen auf dem Rad in die Irre geleitet hatte. Rolf Olk musste deshalb 10 Kilometer mehr fahren. Dennoch wurden die Dürener noch Dritte!
Spelthahn bat, die Panne zu entschuldigen und versprach: «Nächstes Jahr gibt es eine Revanche. Der 1. Indeland-Triathlon war so ein gigantischer Erfolg, das verdient eine Neuauflage!»
Quelle: AZ WEB
